Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) kann gemäss Artikel 128 Abs. 1 lit. d (MWSTV) von der steuerpflichtigen Person die Einreichung der Umsatzabstimmung verlangen. Andererseits zeigt die Praxis, dass Umsatzdifferenzen statistisch der häufigste Grund von Aufrechnungen der ESTV anlässlich von MWST-Kontrollen sind.

Was muss aus der Umsatzabstimmung ersichtlich sein?

Gemäss Artikel 128 Abs. 2 (MWSTV) muss aus der Umsatzabstimmung ersichtlich sein, wie die Deklaration für die Steuerperiode, unter Berücksichtigung der verschiedenen Steuersätze, bzw. der Saldo- und Pauschalsteuersätze mit dem Jahresabschluss in Übereinstimmung gebracht wird.

Wie muss die steuerpflichtige Organisation Vorgehen?

Der im Jahresabschluss ausgewiesene Umsatz wird mit den deklarierten Werten gemäss den Formularpositionen der Mehrwertsteuerabrechnungen abgeglichen. Mögliche Gründe für Abweichungen können sein, (nicht abschliessende Aufzählung):

• der in der Jahresrechnung ausgewiesene  Betriebsumsatz stimmt nicht mit Finanzbuchhaltung

• Erträge, die auf Aufwandkonten verbucht  wurden (Aufwandminderungen)

• konzerninternen Verrechnungen, die nicht im Betriebsumsatz enthalten sind

• Verkäufe von Betriebsmitteln

• die Vorauszahlungen falsch abgerechnet

• die übrigen Zahlungseingänge, die   nicht im ausgewiesenen Betriebsumsatz enthalten sind

• die geldwerten Leistungen

• die Erlösminderungen

• die Debitorenverluste

• die Abschlussbuchungen (zeitliche und sachliche Abgrenzungen)

• Umbuchungen innerhalb der Erfolgsrechnung

• falsche Zuweisung des MWST-Codes auf dem Buchhaltungskonto

Neben den oben genannten Gründen beeinflusst auch die Abrechnungsmethode (vereinbartes oder vereinnahmtes Entgelt) die Umsatzabstimmung.  Je nach Organisation der Buchhaltung und/oder Grösse des Unternehmens sind diese Abstimmungsarbeiten jedoch umfangreich und komplex.

Bitte beachten Sie:

Durch regelmässige Umsatzabstimmungen können Aufrechnungen der ESTV vermieden oder vermindert werden.

FAZIT

Mit dem Jahresabschluss erstellen wir auch gleichzeitig die MWST-Umsatzabstimmung. De MWST-Umsatzabstimmung ist das wichtige Instrument um MWST-Differenzen festzustellen.  Somit ist eine gut strukturierte und organisierte Buchhaltung für eine effiziente Umsatzabstimmung eine zwingende Voraussetzung.

Sollten im Rahmen dieser Arbeiten Differenzen festgestellt werden, müssen innerhalb von 180 Tagen nach dem Ende der Steuerperiode (Einreichefrist 60 Tage) mittels einer Finalisierung gemeldet werden. Erhält die ESTV kein Finalisierungsabrechnung geht sie davon aus, dass die eingereichten Mehrwertsteuerabrechnungen korrekt sind. Diese erhalten somit definitiven Charakter.

Der Finalisierung der Mehrwertsteuerabrechnung ist deshalb besondere Aufmerksamkeit zu schenken.