Die Benachrichtigungspflicht des Richters durch die Organe der Gesellschaft, gilt für alle Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, zudem auch für im Handelsregister eingetragene Vereine und Stiftungen. 

Wenn begründete Besorgnis einer Überschuldung besteht, muss eine Zwischenbilanz erstellt und diese der Revisionsstelle zur Prüfung vorgelegt werden. Ergibt sich aus der Zwischenbilanz, dass die Forderungen der Gesellschaftsgläubiger weder zu Fortführungs- noch zur Veräusserungswerten gedeckt sind, so hat der Verwaltungsrat den Richter zu benachrichtigen, sofern nicht Gesellschaftsgläubiger im Ausmass dieser Unterdeckung im Rang hinter alle anderen Gläubiger zurücktreten (OR 725 Abs. 2).

Was heisst Gläubiger im Rang hinter allen anderen zurücktreten?

Die Lösung heisst: Rangrücktritt

Gesellschaftsgläubiger treten mit ihren Darlehen im Umfang der Unterdeckung im Rang hinter alle Gesellschaftsgläubiger zurück (OR 725 Abs. 2). 

Gesellschaftsgläubiger und Schuldner vereinbaren zugunsten der übrigen Gläubiger eine Stundung mit der Wirkung, dass bis zum Wegfall der Ueberschuldung gemäss OR 725 Abs. 2 unwiderruflich ausgeschlossen ist:

  • die Rückforderbarkeit
  • die Rückzahlbarkeit
  • die Verrechnung
  • die Sicherstellung